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Fokusthema Bauwirtschaft: Ästhetik und nachhaltiges Bauen

Ziele und Forderungen der AEE SUISSE

Nachhaltiges Bauen und erneuerbare Energieversorgung bringen ästhetisch anspruchsvolle Architektur hervor.

  1. Nachhaltige Gebäude müssen nicht nur energetisch optimal ausgestaltet sein, sondern auch städtebaulich gut in ihre gebaute Umgebung integriert sein. Hierfür müssen die heutigen Möglichkeiten für nachhaltiges Bauen besser ausgeschöpft werden.
  2. Technische Rahmenbedingungen dürfen nicht dazu führen, dass ästhetische Kompromissen gemacht werden. Nachhaltiges Bauen muss auch mit architektonischer Qualität überzeugen.
  3. Um das Ziel einer sowohl ästhetisch anspruchsvollen als auch nachhaltigen Architektur zu erreichen, müssen alle Protagonisten der Bauwirtschaft zusammenarbeiten – von den Architekten und Planern über die Hersteller von Energiesystemen bis zu den ausführenden Handwerkern.

Neue Anforderungen

Schweizer Architektur geniesst weltweit ein hohes Ansehen. Die Baukultur und die anspruchsvolle Ausbildung in der Schweiz haben dafür gesorgt, dass Architektinnen und Architekten technische, funktionale und gestalterisch-ästhetische Ansprüche zu verbinden wissen. Seit wenigen Jahrzehnten sind sie jedoch mit neuen Anforderungen konfrontiert. Bauprozesse und Gebäude sollen nachhaltig sein – heute vor allem auch in energetischer Hinsicht. Alte und neue Anforderungen an gute Architektur gleichermassen zu erfüllen, gelang zunächst nicht immer. Gebäude mit hohem ästhetischem Anspruch sind in der Schweiz längst nicht immer nachhaltig – und nachhaltiges Bauen war bis heute nicht immer gestalterisch anspruchvoll. Doch ein Gebäude interagiert nicht nur technisch mit seiner gebauten Umgebung, sondern auch ästhetisch.

Architektur und Kontext

In der Vergangenheit richteten sich nachhaltig orientierte Bauherren und Planer bisweilen etwas einseitig auf den energetischen Aspekt aus; für architektonisch anspruchsvolle Lösungen mangelte es am Bewusstsein oder an technischen Mitteln. Doch nachhaltige Gebäude müssen ästhetisch überzeugen, damit sie Akzeptanz erhalten und sich durchsetzen. Aus diesem Grund berücksichtigt das Label zum Standard Nachhaltiges Bauen Schweiz (SNBS) auch die gestalterischen und städtebaulichen Qualitäten. Bauten werden also auch im Bezug auf Kontext und Architektur bewertet. Das unterscheidet dieses Label von anderen, vorwiegend technisch ausgerichteten Standards. Technische Innovationen, zum Beispiel in der Photovoltaik, bei Fenstern und Fassaden oder auch im Holzbau tragen dazu bei, dass Architekten ihre gestalterischen Ansprüche auch bei nachhaltigen Gebäuden verwirklichen können. Die folgenden Beispiele belegen, dass nachhaltiges Bauen und anspruchsvolle Architektur bestens vereinbar sind.

Sonnenenergie fürs Auge

Das ehemalige Kohlesilo in Basels «Gundeldingerfeld» wurde für eine gewerbliche Nutzung saniert und erhielt auf dem Dach und an zwei Fassaden PV-Anlagen, die auf den ersten Blick kaum zu erkennen sind. Die Panels bestehen aus verschiedenfarbigen, satinierten Glasplatten, die auf der Innenseite speziell beschichtet wurden. Das Projekt wurde mit dem Schweizer Solarpreis 2015 ausgezeichnet.

Grossbauten aus Holz

Die Überbauung Giesserei steht in Oberwinterthur auf dem Grundstück der ehemaligen Giesserei der Firma Sulzer. Das Mehrgenerationenhaus mit seinen 155 Wohnungen wurde – abgesehen vom Untergeschoss und von den Treppenhäusern – komplett aus Holz gebaut. Zwei sechsgeschossige Längsbauten fassen mit niedrigen Querbauten den Innenhof ein. Loggien, teilweise zweigeschossige Öffnungen und farbigen, horizontal gestaffelte Holzlamellen an den Brüstungen ergeben eine Fassade mit interessantem Wechselspiel. Die Giesserei zeigt, dass sich Holz bestens für Grossbauten eignet. Das Mehrgenerationenhaus wurde mit dem Prix Lignum 2015 Silber ausgezeichnet.

Autark und ansprechend

Das dreigeschossige Gebäude mit 9 Wohnungen ist in einer modernen Architektursprache gestaltet. Die Fassade ist mit kostengünstigen, nicht spiegelnden Photovoltaikplatten verkleidet und wird nur durch die hellen Holzfenster unterbrochen. Die markante Dachlandschaft ist mit neuartigen, sehr leistungsfähigen Photovoltaikplatten bedeckt. Deshalb kommt das Mehrfamilienhaus ohne externe thermische oder elektrische Energieversorgung aus. Verschiedene Speicher sorgen dafür, dass die Sonnenenergie immer zur Verfügung steht.

Holz ist ein nachhaltiges und ästhetisches Baumaterial. Wie viel graue Energie sich damit einsparen lässt, zeigt das Hotel Arnica in Scuol beispielhaft: Das ganze Gebäude und die komplette Möblierung bestehen aus Arvenholz aus der Region. Dank computerunterstützter Planung und Fertigung lassen sich Holzbauten von hoher Präzision und skulpturaler Schönheit bauen.


Aktive Glasfassade: Gestaltungselement und Energielieferant

Bei der Sanierung des Mehrfamilienhauses an der Hofwiesen-/Rothstrasse in Zürich wurde eine aktive Glassfassade eingesetzt. Sie gibt dem Gebäude einen gestalterischen Rahmen und liefert gleichzeitig Energie.


Download AEE SUISSE Broschüre Bauwirtschaft 2016

AEE_SUISSE_Brosch_Bauwirtschaft 2016 (5,1 MiB)